Freie Schulen in Brandenburg

“Freie Träger von Schulen stehen für eine größere Vielfalt an Bildungschancen und Bildungsangeboten und sind daher zu unterstützen.” Zitat aus dem Koalitionsvertrag Land Brandenburg 2009 – Sagen und Handeln ist völlig zweierlei

Eingestampftes: “Die Schulen in freier Trägerschaft ergänzen das staatliche Bildungsangebot in den einzelnen Bildungsgängen. Ihre Finanzierung wird vorbehaltlich abweichender Entscheidungen des Landesverfassungsgerichts beibehalten.” Zitat aus dem Koalitionsvertrag 2014

Was erstmal wenig wissen: es gibt rund 170 freie Schuleinrichtungen im Land Brandenburg. 10 Prozent unserer brandenburgischen Kinder besuchen eine solche Einrichtung (für Schnellrechner in Worten: jedes zehnte Kind). Und nun ist es amtlich: das Land kann machen was es will – freie Schulen braucht es nun nicht so sehr fördern und das staatliche Bildungsmonopol (welches 30% teurer ist) ist wieder etwas gestärkter abgesichert: Urteil bestätigt finanzielle Kürzung für freie Schulen.

Dabei gibt es Bundesländer, in denen es sogar eine gleichwertige oder sogar (o-o) eine höhrere Förderung gibt.

Aber das hier ist Brandenburg. Das ist tiefer Osten, wo Schulen in freier Trägerschaft gleichgestellt werden mit reinen Privatschulen…

Damit hatte ich gerechnet. Damit verengt sich auf meine weitere Sicht das Feld der wählbaren Parteien erneut. Ich bin enttäuscht. Sehr sogar. Oder eigentlich auch nicht, denn Herr Golm (2005 Staatssekretär im Potsdamer Bildungsministerium) sprach ja es ja schonmal im März 2005 aus, wie das Land tickt (und genauso tickt es), als es um die Errichtung eines evangelischen Gymnasiums  ging: “Wir werden prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, um eine Genehmigung nicht zu erteilen. Verfassungsrechtlich sind uns da aber enge Grenzen gesetzt.”

Ich wünsche mir für meine Kinder, wenn sie denn mal ausgelernt haben, daß sie sich an ihre Schul/Ausbildungszeit erinnern mögen (an das Bangen Jahr für Jahr ob irgendwann mal Schluß sein muß, weil der Träger keine Kohle mehr locker machen kann) und dem Land Brandenburg möglichst den Rücken kehren. Sehr viele  Politiker sind unehrlich, sind lobbyabhängig und nicht wirklich voll ihrem Gewissen verpflichtet. In Sachen der Freien Schulen wieder ganz krass zu merken – leider nur, wenn man von sich aus sich damit ein ganz klein wenig beschäftigen will (BLÖD-Zeitungsleser und ASSI-TV-Glotzer raffen es leider eh nicht dank Verdummungsjournalismus, TAZ-Leser werden  wenigstens noch ehrlich aufgeklährt).

“Ich könnte Kotzen über diese Politik” – denke ich mir nur, denn ich habe mit meinen zwei Zehn-Prozent-Kindern kaum eine echte Stimme.

Wenigstens kann ich noch hier meine Meinung etwas rauslassen. Und das alles war und ist sie.

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Befahrungsregelungen Oderbruch für Kanu oder Kajak

Ja, Nein - was denn nun?Ich plane in relativ kurzer zeitlicher Entfernung eine nette, kleine Paddeltour mit so um die 80km quer durchs herrliche Oderbuch. Nun habe ich diverse Quellen für meine Informationen zur Befahrung herangezogen und bin echt verzweifelt. Bei dem ganzen Chaos, was da bei den Niederlandbauern am Ufer der Oder herrscht, würde ich mich lieber  für die paar Tage  in ein anderes Revier verdrücken wie ins Oderbuch zu reisen.

Warum?

Man nehme den klassichen Wasserwanderatlas für Berlin-Brandenburg, den Wasserwanderatlas von Jübermann, Infos von Flussinfo.net und was weiß der Geier und lege diese Infos übereinander. Deckungsgleich ist anders.

Wasserwander-Atlas: Berlin und Brandenburg. Märkische Gewässer 1 : 100 000. Mit Schleusen- und Brückenzeiten

Der eine sagt: Befahren? Verboten, geht garnicht…

Der andere meint: Befahren? Jaaaaa aber nur mit Vignette!!

Noch ein weiterer: Befahren? Nein. Nur für DKV-Mitglieder (wenn überhaupt und zwischendurch auch mal garnicht)

Die DKV-Regelungen meinen dann noch, daß sowieso fast alles gesperrt ist für Paddler.

Hmmmm. Was macht man mit diesen Infos?

Also rufe ich bei der Touristeninformation in Bad Freienwalde an. Der Mann meinte: Ach hören sie mir doch auf mit der Vignette. Das Projekt ist wohl gestorben. Da können sie überall langfahren.

DKV-Gewässerführer für Ostdeutschland: Kanuführer für Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen und SachsenWie? Was stimmt denn nun?

Kienitz hat auch einen Verleiher (der sollte es doch wissen): Was für eine Vignette? Kommen Sie einfach her, denn wir haben ordenlich Wasser in der Oder und im Bruch.

Was ist denn das nun für ein Scheiß??? Wer bitte kann mir sagen, ob und wo ich paddeln darf und wo nicht? Und erst recht wo genau.

Also dann eben nicht. Wir paddeln nun einfach drauf los. Mal sehen, was wird.

Die Vignette fand ich ja so ganricht mal schlecht. So, wie ich es verstanden hatte, sollte mit dem doch recht geringen Obolus das Wegenetz und die Rastplätze in Ordnung gehalten werden – ich hätte ihn gerne entrichtet. Ich erinnere mich immernoch an die Saale in Thüringen (nicht in Sachsen-Anhalt!) – das war zwar nicht ganz so hundertprozentig durchdacht, aber es war in Ordung, das Leitsystem und die Informationen für die paddelnde Bevölkerung.

NACHTRAG 2015:

Es gibt nun doch wieder eine Vignette – kostet 5 EUR, ob nur bei den Kanuverleihern erhältlich, oder wo anders, ist noch zu recherchieren: http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/seelow/artikel7/dg/0/1/1397147/

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