11. August – Narvik nach Krokvik

Währen wir im Bus sitzen schreib ich mal was auf bis zum Aussteigen.

6:30 Uhr Wecken und Duschen

7:00 Uhr Frühstück

7:30 Uhr Rucksäcke ideal packen

9:00 Uhr Checkout

9:45 Uhr Abfahrt mit dem 91er Bus ab Narvik AMFI Center.

Die neue Brücke kommt. Man baut noch dran. Imposantes Bauwerk.

10:33 Uhr – Stop in Riksgränsen – Schweden. Supermarkt vorhanden. In Ketterjokk gibt es einen Mini-Coop.

Es fängt an zu regnen. Richtig. Wie immer mal. Narvik hat uns etwas verwöhnt, denn da war ab und zu etwas Sonne.

Regenbogen bei Stenbakken. Langsam wird er löchrig der Himmel.

Ob wir heute trocken einen Platz zum Schlafen finden werden? Die Regenjacken sind irgendwo in einem Rucksack. Da liegen sie gut – Sabotage.

12:00 Uhr – erste Kieferbäume ab Bergfors. Fällt richtig auf.

12:25 Uhr – Krokvik. Jetzt geht es wieder in die Einsamkeit. Der Bus spuckt uns aus. Wir müssen uns unbedingt die Zeit merken. Hier gibt es kein Haltestellenschild, kein Garnichts. Krokvik ist eine Notparkbucht. Links sieht es aus, als stünde dort ein Bahnhäuschen. Wofür aber?

Wir gehen einige Hundert Meter zurück. Rechts soll ein befestigter Weg direkt zum See sein und zum Fluß gehen.

Wir sind nichtmal enttäuscht. Es ist wie immer. Ein Trampelwildwechseldurchsmoorwegirgendwas. Zwei Tage Schuhe getrocknet und den Gestank dazu durchlitten – das ist nach 10 Minuten alles zu Nichte gemacht. Alles wieder naß.

Der See ist groß. Aber so gut wie nicht zugänglich. Nach 15 Minuten durch den Sumpf schmatzen die Schuhe nur noch so. Wir schlagen uns auf einem Pfad zum Ausfluß des Sees. Leider gibt es hier kaum Wasser und absolut nur die Moorbollen, auf die wir hüpf hüpf hüpf hingelaufen waren. Am Fluß selber stehen Stugas, die so nicht auf der Karte zu finden sind. Das Jederman-Recht gestattet echt viel, nur sollte man nicht in unmittelbarer Nähe zu einem Wohnhaus nächtigen. Zählen die ganzen unbewohnten Stugas dazu?

Was tun? Schwarze Wolken machten schon etwas sorgen. Wir sind angewiesen auf einen Platz mit frischem Wasser…

Wir wieder zurück Richtung Straße und schon genervt… da ging links noch ein anderer Weg rein – also noch als letzte Chance den probiert.

Nach einem Kilometer stoßen wir auf eine weitere Stuga, paar hundert Meter wieder usw. usw.

An der ersten hängt ein Zettel. Auf Schwedisch. 10% versteht man. 90% nicht. Email und Telefonnummer stehen auch drauf.

Die Höflichkeit sagt mir, daß ich dem Herrn eine Mail schreibe und einfach frage, ob wir 100m weiter unser Zelt aufbauen dürfen. – Und Magnus sagt einfach, daß es ok ist und wünscht uns eine schöne Zeit.

Hurra. Wir haben einen Platz und bauen unser Zelt auf. Alles, was naß ist, kommt auf die Leine, auch, wenn es grad nicht so aussieht, daß es heute besser wird. Es nieselt, nieselt nicht, nieselt. Egal. Es muß an die Luft, soll es nicht stocken.

Anton macht uns Nudeltopf (war prima) und was warmes zu trinken.

Ich mach ein kleines Feuer. Die Schuhe sollen wenigstens minimalst antrocknen.

In zwanzig Minuten sind wir zum Skypen verabredet. Also schnell nochmal die Angel rausgeholt…

Beim dritten Mal blinkern hatte ich eine (meine allererste im Leben) Äsche am Haken. 40cm lang. Jippie. Wir setzen sie aber wieder rein.

Dann skypen wir das erste Mal mit Jenny und Paul zu Hause. Paul ist aus dem Ferienlager zurück – es gibt was zu berichten. Ein schönes Ereignis für uns.

Das Feuer brennt verdammt schlecht. Alles Holz, was wir finden, ist nass. Die Rinde der Birken brennt wie Zunder, schafft aber kaum Hitze aufzubauen.

Der Fluß ist voll schön. 200m breit, ordentliche Strömung. Rechts sind Stromschnellen. Es ist wieder mal laut wie Wasserfälle in etwap… Lautes Grundrauschen.

Gefangen haben wir heute nichts mehr. Schade.

Ist jetzt kurz vor 23:00 Uhr. Die Dämmerung ist da.

Wir sind jetzt bei N 67.95007° E 020.09788

Gute Nacht für heute…