14. August – Kiruna

Heute früh um 8 Uhr raus, dann Frühstück in Form von Beef Stroganoff und einen Tee konsumiert.

Unsere Gaskartusche war nun alle. War eine Big von Primus in Rot (Sommergas). Recht interessanter Verbrauchswert.

Dann ging es um 9 Uhr ans Packen. Erst die Rucksäcke, dann das doch noch recht feuchte Zelt.

Gegen 10:30 Uhr brachen wir dann gemächlich auf und waren dann kurz vor 12 an der Straße. Mit dem angestauchten Fuß spürte ich jeden Schritt.

Der Weg oder wie man es auch nennen mag, war trockener wie bei unserer Ankunft. Moorig, wie der Untergrund war, wippte und federte aber teilweise der ganze Weg.

Immerhin behielt ich meine trockenen Socken. Das Wasser, was auf dem Hinweg den Weg überschwemmte, war zurückgegangen und nicht jeder Tritt führe in Nässe.

Nach einer halben Stunde vergeblichen Fingerausstreckens kam der Bus – und: er hielt für uns auf freier Strecke.

Nächste Station Kiruna Busplatz.

Wir stolperten langsam und gemächlich durch Kiruna, gönnten uns etwas leckeres.

Und wir versuchten vor dem Zeltplatz unser Glück im Yellow House – eine Art Hostel bzw. Vandererheim.

Und es hat geklappt mit der Reservierung vom Vortag. – Das war auch so eine Geschichte… Egal. Es hat geklappt.

Die Bewertungen bei Google sollte man aber vorher gelesen haben, um zu wissen, was einen erwartet. Das ist schon ganz speziell, aber es ist eben auch Lowest Budget.

Fakt ist: es ist beheizt und trocken und es gibt Strom und wir haben ein Viermannzimmer für uns alleine.

Dann ging es zum Sightseeing und Fenstergucken und zum ICA einkaufen fürs Frühstück.

Wir sind in unserer Planung für morgen übereingekommen, daß wir in die Schwimmhalle gehen werden. Sieht nicht danach aus, aber es ist eine Schwimmhalle. Eine große sogar. Und Vuxen haben von 11 bis 15 Uhr freien Eintritt. Mein kleiner Vuxen – da freut er sich.

Wir hatten uns auch im LKBA-Besucherzentrum angeschaut, wie Kiruna umziehen wird. Es ist schon spektakulär, wie die halbe Stadt abgebaut und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden wird.

Die LKBA ist eine staatliche Gesellschaft, die den Berg hier abträgt, um an das Eisenerz zu kommen, von dem Europa zu 80% profitiert. Die LKBA macht hier alles. Sie baute die alte Stabkirche, baute Schwimmbad und Häuser und Kultureinrichtungen. So gut wie überall taucht der Schriftzug auf. Vermutlich gehört denen auch fast das ganze Land dazu im riesigen Umkreis.

Kiruna ist prinzipiell der LKBA wegen zum Haus, zur Siedlung und dann zur Stadt geworden. Kiruna ist etwas mehr als 100 Jahre alt und hat 18000 Einwohner. Und unter Kiruna liegt in 1300m Tiefe Eisenerz – sogenanntes Magnetit mit 60-70% Eisengehalt. Erst fing man einen Berg an abzutragen, dann ging es tiefer und tiefer. Die Erzader geht schräg runter unter die halbe Stadt und diese beginnt nun zu rutschen. Das ist der Grund, warum die Stadt mal schnell umzieht zu einer anderen Stelle.

Das Eisenerz wird dann größtenteils als Pellets über die Malmbahn bzw. Ofotenbahn nach Narvik gebracht und verschifft.

Narvik selber hat einen eisfreien Hafen und ist mit dem Erz auch erst zu Wachstum gelangt, obwohl es schon wesentlich älter ist.

Der andere Teil des Erzes geht nach Lulea. Dort gibt ebenso einen (wenn auch nicht eisfreien) Hafen.

Der weitere Abend ist durch ein Rühreiabendbrot und Rommé gekennzeichnet – und durch mich, den Blogschreiber beim Schreiben.