Bootsbasteleien im Warmen vor dem Fernseher

etwa 6-7 Stunden

Ja. Etwa 6 bis 7 Stunden hatte es gedauert, dann waren die Dinge fertig, mit denen man zusätzliches Gepäck auf dem Boot befestigen kann, eine Rettungsleine um das Boot anbringen kann oder auch sonstige Anknüpfungspunkte finden wird.

Mit 30 D-Ringen aus Nirosta, Planenmaterial von der Unterhaut, 2 Schablonen aus Pappe, Kugelschreiber, Lochzange und Schere hatte ich mich ganz speziell am letzten Wochenende ans Werk gemacht und 30 lustige D-Ring-Terminals gebastelt, wie sie dann später auf meinem Boot befestigt werden sollen.

20151010_115310(1) 20151010_220006 20151010_215944 20151010_220020Die Schere war bald schon stumpf, meine Finger hatte Blasen und schmerzende Druckstellen, aber der Erfolg ist nun zu sehen und die Terminals sind auch schon fast fertig. Ich werde nur noch die Teile zusammenkleben, so daß ich mich später nicht noch mit rumschlagen muß. Dann bekomme ich schonmal ein Gefühl für den Kleber, mit welchem ich dann auch die eigentliche Haut kleben werde. Bin gespannt

…wenn es nicht schon so kalt wäre, dann hätte ich gerne schon angefangen mit dem Kleben der Haut… …so aber, kann ich nur die Vorarbeiten machen… …wird also nicht wirklich was aus einer Fahrt noch in diesem Jahr.

Meine Haut hier rein!

2,5 Stunden und eine Stunde Werft saubermachen

Nun könnte man schon langsam was erahnen von einem Boot, denn die erste Haut hat es heute verpaßt bekommen. Wenn man so will, ohne zweideutig zu sein, die Vorhaut, welche dann auch fast schon wieder weggeworfen wird. Also: das Finale naht in weiter Ferne.

Mit Bauplane (was billigeres gab es nicht), habe ich mich heute rangemacht und eine Schablone gefertigt für die spätere eigentliche Bootshaut. Die Bauplane (eben diese) hatte mir bei meiner Persenning für meinen Kanadier, dem Takatango, schon gute Dienste geleistet.

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Tausend Dinge gehen einem dabei durch den Kopf. Wir wird es klappen? Wird sie möglichst faltenfrei sitzen? Was wird durchdrücken? Kann ich jetzt endlich entscheiden, ob ich das Oberdeck kleben oder nähen werde? Wird das überhaupt was, was ich hier baue oder ist das alles für die Tonne?

Vieles, was ich in den Bauberichten hier im Netz der Netze las, scheint sich zu bewahrheiten, vieles ist dann doch nicht so schlimm (noch nicht) und vieles, werde ich wohl erst sehen und feststellen, wenn der Kleber ganz zum Schluß trocken ist.

Also feststellen kann ich schonmal, daß jeweils ab den zweiten Spanten zur Spitze bzw. ab den zweiten Spanten zum Heck die Plane Falten schlägt. Diese Falten gingen recht schwer weg. Dabei ist die Folie recht dehnbar – die eigentliche Haut wird es nicht sein. Das wird spaßig. Werde ich wohl einschneiden müssen (fragt sich nur wie weit), ob überhaupt schneiden und vor allem wie und wo.

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Die Aufhängungen der Senten an den Steven sind nett (habe ich mir ja auch ausgedacht <hehe>) – nur die Schrauben sind zu lang uns sollten entweder gekürzt werden oder gegen Hülsenmuttern getauscht werden oder gegen Splinte (war mir aber auch schon vorher klar, weswegen es nun nicht sooo überraschend war).

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Unter die Schiebehülsen müssen später unbedingt Verstärkungen runter. Nicht, daß sie eindrücken – das ist nicht das Problem. Unsachter Zusammenbau von Haut und Boot wird bestimmt öfter Beschädigungen verursachen. Muß nicht passieren, aber kann. Also gleich mal weiter schauen. Die Folie hat zumindest ein paar Beschädigungen – das soll später nicht sein.

Der nächste Schritt wird dann wohl der Zuschnitt der Haut sein. Heute aber ist Feierabend.

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Frau geht Shoppen, Kinder sind beschäftigt, Olli nimmt sich die Zeit für…

Sonnabend – 4,5 Stunden…

Pilze geerntet, geputzt und Mittag gegessen. Frau geht Shoppen, großer Junge geht zum Kindergeburtstag und kleiner Mann kann auch mal alleine malen, kneten und (für ihn hurra) mal alleine in Minecraft bestimmen. Meine Zeit ist gekommen…

Ich habe, wie schon Tage lang geplant, die Süllrandaufhängung am Spant 5 jeweils 1,5 cm zur Seite versetzt. Jetzt ist nur noch ein Bogen drin und der bleibt so geschwungen.

Weiterhin ist der Süllrand komplettiert worden, denn ich habe nun noch die Latten für die Oberhaut angefertigt. Die Spitze des Süllrandes ist jetzt wieder ein Stück auseinander – hatte nicht dran gedacht, daß da ja noch die Leisten hinterkamen…

Am Spant 2 sind zwei weitere Aluwinkel angebracht worden.

Langsam gehen mir die Ausreden aus, um ja nicht mit der Bootshaut zu beginnen 😉 Langsam nimmt das Teil gestalt an.

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Der Süllrand zwischen Spant 4.1 und Spant 4.2 – links der Süll, wie er sein soll, rechts kommt meine Improvisation – das rote Klebeband kommt natürlich später ab…
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Mal unter von Unten geschaut…
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Hier nochmal das Zwischenstück vom Süllrand zwischen Spant 4.1 und Spant 4.2
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Und nochmal das Süllrandzwischenstück
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Spant 2 mit den Sentenverschraubungen
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Sentenverschraubung
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Traumhafter Einblick

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Na nun habe ich das Boot zur Seite gestellt – also mal nicht auseindergebaut – morgen nehme ich mir dann noch ein paar Stunden…

Nach unten und gleichzeitig zur Seite gebogen: der Süllrand

So eine Süllrandleiste kann eben nach unten und auch gleichzeitig zur Seite gebogen sein. Das scheint also doch recht normal zu sein (http://www.woodworker.de/forum/teil-faltboot-reparieren-t85766.html#post344113) und auch ungebogene Holzleisten lange in diese Form gezwungen, bleiben irgendwann auf Dauer in diesem Zustand.

Bin mir aber sicher, daß es nicht so krass sein muß bei mir. Also muß ich nochmal ran an die Maße… Langsam entscheide ich mich dafür, daß die vorletzten Aufhängewinkel links und rechts weiter nach Außen wandern… Ich sehe nur nicht den Unterschied zwischen den Originalspanten und dem, was ich da gemessen und dann gezimmert habe. Beim originalen WEZ80 ist das von meinem Gefühl her nicht so krass gewesen, könnte aber wiederum die geleimten, vormals wohl gebrochenen Süllrandleisten erklären.

Na nun habe ich mir gedanklich mal einen Plan gebastelt:

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Da der Original Bumerang am Ende gut passen würde (zumindest von der Breite her, liegt es wohl recht nah, daß der vorletzte Spant mehr geöffnet werden muß
Rot: hier müßte es nach oben kommen Blau: alternativ könnte es hier aber auch nach unten gehen
Rot: hier müßte es nach oben kommen
Blau: alternativ könnte es hier aber auch nach unten gehen

 

Gut Ding braucht Zeit

Letztes Wochenende 4 Stunden…

Knallhart habe ich mal wieder zugeschlagen und meiner Familie 4 Stunden mit mir gestohlen. Und wer mich kennt, weiß, wo ich wieder mal war: im Keller.

Es waren 3 recht fruchtbare Stunden, wenn ich denn mal wieder die Zeit für den Aufbau und Abbau abziehe. Fruchtbar meint dann aber nur, daß es wieder ein minimales Stück voran geht. Es war eher furchtbar, daß dabei die Zeit so rasend schnell verging.

Am Freitag – war es Freitag? Hatte ich mich aufgerafft und bin mal schnell zum Baumarkt gefahren und hatte mich mal umgeschaut… Und wie es immer so ist, ich hatte mal wieder was gefunden – nicht die wirklichen Objekte meiner Begierde, aber immerhin Objekte. Objekte in Form von Kiefernholzleisten für den Süllrand meines Bootes. „Oh nein!“ werden sicherlich schon passionierte DIY-Bootsbauer rufen, doch es ist besser, als teures Erlen- oder Buchenholz für das zu versauen…

Somit hatte ich am Sonntag etwas Spaß im Keller. Die alten Leisten vom Süllrand passten natürlich nicht mehr (mich tat das nicht überraschen) und taugten nicht wirklich als Vorlage. Sie wiesen mir aber zumindest einen Weg. Dabei merkte ich wieder, wie wichtig es ist genau zu arbeiten (ich hatte wohl wieder irgendwo geträumt und an manchen Stellen ein paar Millimeter unter den Tisch fallen lassen, die nun fehlten).

Rausgekommen sind nun erstmal drei Teile Süllrand pro Seite. Es ist ein Stück für Vorn, ein Stück für Hinten und ein etwas merkwürdiges Mittelstück, bei dessen Fertigung mir bis jetzt keine andere Herangehensweise eingefallen ist.

Das große Hauptproblem, auf welches ich gestoßen bin, ist jenes, welches sich um die Heckleiste, also die Leiste für das Hinterteil, dreht. Die Winkel zum Befestigen der Leisten scheinen alle recht prima zu „stimmen“. Obwohl völlig am Original vorbei gebaut, haben sie fast alle die ideale Höhe und sind bestens an den Spanten befestigt. Bis auf ein Winkelpärchen. Das blöde ist, daß ich nur nicht sicher bin, welches Pärchen. Es könnte das Pärchen vom Spant 5 oder Spant 6 sein…Und das sieht man…. Und ehe ich es umbaue, muß ich erst noch Tage sinnieren, denn so schnell schneide ich nichts ab, was man nicht wieder ranbauen kann.

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Das Mittelstück – mir fiel nichts anderes ein
Top
Die Spitze von Oben
Nochmal die Spitze
Und sehr schön die Spitze von der Seite
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Entlang des Süllrandes nach Vorn geschaut
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Nochmal das Mittelstück. Gut zu sehen: mein Sandwich (lecker)
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Das Heck – Ende des Süllrandes
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Hier sieht man nun das ganze Problem: beim Drittel vom Heck sind zwei Knicke
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Ganz krass: die Knicke gibt es nicht nur vertikal, sondern auch horizontal
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Entweder bei Spant 5 noch etwas nach Außen gehen, oder bei Spant 6 etwas nach innen und etwas tiefer die Schraube zum Aufhängen…

Lange, lange, lange Stange und davon so einige. Nun sind sie eingebaut.

Vorletztes Wochenende 3 Stunden und dieses 6 Stunden…

…das ist die Bilanz an Zeit, die ich wieder an meinem Projekt sägte, nietete und bohrte. Und diesmal habe ich mal wieder Bilder gemacht, die langsam ein Ziel erahnen lassen.

Die Senten oder Planken oder wie auch immer man die Längsrohre nennen will, sind (puh) endlich eingepaßt. Das komische nur: das Boot ist geschrumpft. Es fehlt nun ein guter Zentimeter. Komisch. Einfach weg…. 18,47ft ist aber auch noch lang… Es wird tatsächlich ein 18.5er… Als ob ich das ja nicht sowieso wollte <hehe>.

Am Anfang des Projektes habe ich etwas gefertigt, es angebaut und mich einem weiteren Teil gewidmet. Je weiter das Boot nun gedeiht und ich mich entschließe weiter am Boot zu bauen, muß ich es aufbauen, dann zum Schluß wieder abbauen (zur Erinnerung: meine Werft ist immernoch der Kellergang). Von drei Stunden bleiben somit nur zwei Stunden echte Zeit für Arbeiten. Wenn die Haut rankommt, wird es nochmals länger dauern. Damit muß ich mir vorher Zeitfenster suchen, die groß genug sind und welche, bei denen ich vorher schon genau weiß, was zu tun ist. Und dann auch immer abgestimmt mit den Bedürfnissen meiner Family One.

Heute wurden die letzten zwei Rohre eingebaut. Damit sind bis auf zwei Reservisten alle verbaut. Nun kommt der Süllrand als nächste große Aufgabe. Und genau das werden wieder ein paar Tage oder Wochen sein zum Kopfzerbrechen. So, wie ich es mir dachte und auch so schlüssig wie mir alles erschien, so geht es garnicht. Paßt nicht vorn nicht hinten. Und leider machen alle anderen es ganz anders. Also wo soll ich mir denn was abschauen, wenn es nichts gibt zum Abschauen?

Na mal schauen. Mir fehlt definitiv noch Holz und etwas zum Biegen von Holz. Und…. ich benötige noch Kinderstühle. Also solche aus der Schule. Oder vielmehr nur die Sitzflächen und Lehnen. Plaste will ich nicht und Elaste auch nicht. Oktober war vielleicht ganz schön mutig mit meinem Ziel.

…hier nun die Bilder zu den letzten Arbeiten (die blauen Gurte „simulieren“ sozusagen die Bootshaut – alles nur damit die Spanten nicht rausfallen…):

Alle Rohre eingebaut

Ohne zu zerfallen

Blick auf die Unterseite

Alle Rohre eingebaut

Farblich markiert hilft ungemein

Schiebehülsen mal bei der Arbeit

 

Hochzeit. Frau Bug und Herr Heck heirateten.

…geschätzt 2 Stunden

Habe mich dieses Wochenende nun endlich (!) daran gemacht und die Bodenleiter gefertigt. Somit sind nun Bug und Heck verheiratet. Die Leiter ist hiermit im Groben fertig. Das ist die Kurzfassung für „viel Zeit im Keller verbracht und nichts zu sehen“…

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Der Blick vom Heck zum Bug
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Alles so halbwegs gerade
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Die Bodenleiter – bestehend aus vier Teilen. Ein Element mit 2 Bodenrohren am Bug, zweites Element mit 2 Bodenrohren mit Schiebehülse, drittes Element bestehend aus 2 Rohren mit Schnapper und dem vierten Element, dem Heck mit 2 Bodenrohren…

3_bodenleiter

Nun sind die, auf anderen Webseiten gesichteten Probleme im Zusammenhang mit der Heirat, auch mir angelangt: die Schiebehülsen klemmen. Sie gehen, aber sie klemmen ungemein. Alles nur, wenn die Leiter unter Spannung steht. Muß mal schauen, ob Vaseline hilft oder Öl. Schön ist eigentlich anders.

Nunmehr kommen die Fragen auf: wie werde ich die verbleibenden Rohre mit den Spanten verbinden und vor allem welche der Rohre? Alle? Oder nur die Süllwand… Und wie werde ich die Spanten mit der Bodenleiter fest verbinden? Winkel? Ich habe keine Lust mehr auf Winkel….

Die nächste Zeit werde ich das mal alles noch sacken lassen. Ich brauche wohl Zeit zum Nachdenken.

Haut ab? Haut her!

Die Haut fürs Unterschiff ist bestellt. Es ist dann doch die eher robuste Variante geworden: LKW Plane PVC, Breite 150 cm mit 1450 gr/m² dunkelgrau. Damit habe ich mich schonmal mit der Farbe festgelegt. Aus ursprünglich Elfenbein für Unterschiff und Schokolade für Oberschiff wurde nun Dunkelgrau für mein Unterschiff und Dunkelgrün für das Oberschiff. Statt Oberschiff Plane wird es nun Cordua (beschichtet) – war noch übrig vom Persenningbau für meinen Kanadier. Täte ich hier Plane nehmen, wird mir das Boot zu schwer. Somit werde ich Oberschiff und Unterschiff vernähen müssen <sick>. Die Haut vom Unterschiff selber muß natürlich in Form geklebt werden. Den Kleber habe ich noch nicht bestellt. Da habe ich mich noch nicht entscheiden können.

Gib mir ein Schloß und ich schraube…

gute 2-3 Stunden

Zum Thema Schloßschrauben: „Autsch!!!“ sage ich nur.  Das war dann doch teurer, als ich es wollte…

Tage nach dem letzten Wochenende will ich es mal zusammenfassen. Es waren um die 6 Stunden, in denen ich mich wieder am Boot vergnügte. Den Besuch beim Baumarkt nicht mit eingerechnet.

Die Aufhängungen für den Süllrand sind in der Zeit entstanden und ganz zu Anfang habe ich alle zuvor selbstgefertigten Federschnapper durch meinen Tage zuvor getätigten Einkauf ersetzt (sprich Boot komplett auseinanderbauen, jeden der Schnapper irgendwie wieder versuchen zu entfernen, zu tauschen gegen einen der neuen Federschnapper und dann alles wieder zusammenbauen). Jup, da kam Freude auf. Besonders, als ich der Schapperei unwissend Messingschloßschrauben, passend zu meinen schon vorhandenen M6 Messingflügelmuttern käuflich erwerben wollte. – Geworden sind es dann V2A Schloßschrauben (au warte) und  gereicht haben sie erst nach dem zweiten Besuch des Baumarktes. Oh ja. V2A ist teuer und verdammt hart zu sägen. Ärgerlich, daß es nicht die passenden Längen gab, so, daß ich all die langen Schraubenteile zusätzlich kürzen durfte. Da kam Freude auf.

0suellrandwinkel 1suellrandwinkel 2fertig_montierte_winkel 3abgesaegte_v2a